Prävention statt Behandlung: Wie digitale Versorgung Kosten senken kann 

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Was kostet es uns als Versorger, als Gesellschaft, als Krankenkassen und als Einzelperson, wenn wir zu spät (be)handeln? Krankenhausaufenthalte, Therapien und Medikamente, kurzum, die gesamte Behandlung von schwerwiegenden Erkrankungen ist sehr kostspielig. Besonders in den Zeiten von steigenden Kosten im Gesundheitswesen, kann ein größerer Fokus auf Prävention helfen, diese einzudämmen.  

Denn gerade chronische Erkrankungen entwickeln sich bei Patient:innen nicht über Nacht. Viele Verschlechterungen im Gesundheitszustand von Patient:innen zeigen sich bereits früh, denn ihnen liegen leichter erkennbare Risikofaktoren und Entscheidungen hinsichtlich des Lebensstils zugrunde. Eine Behandlung findet allerdings oftmals erst dann statt, wenn Beschwerden auftreten oder der Gesundheitszustand sich rapide verschlechtert. Dies ist dann oft verbunden mit invasiveren und kostenintensiveren Maßnahmen.  

Die Frage, die wir uns als Versorger also stellen sollten, ist, ob wir durch Prävention nicht nur Beschwerden für Patienten vermeiden, sondern auch langfristig Kosten sparen können.  

Digitale Versorgungskonzepte können hier eine Überbrückung zwischen Prävention und Früherkennung bilden, aber auch in Form von Patientencoachings zu positiven Verhaltensänderungen bei Patient:innen führen, sodass Krankheitsverläufe milder verlaufen. Auch die OECD kommt zu dem Schluss, dass präventive Maßnahmen gegen nichtübertragbare Erkrankungen sowohl gesundheitliche als auch wirtschaftliche Gewinne schaffen können.

Warum Prävention wirtschaftlich relevant ist 

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Behandlungen teurer werden, je weiter eine Erkrankung fortgeschritten ist. Besonders chronische Erkrankungen erfordern oft eine langfristige Betreuung. Außerdem führen Komplikationen oft zu zusätzlichen ärztlichen Kontakten, Krankenhausaufenthalten, stärkeren Medikamenten oder auch Rehabilitationsmaßnahmen. Prävention setzt hierbei früher an; Risikofaktoren werden früher erkannt, das Patientenverhalten kann frühzeitig positiv beeinflusst werden, Verschlechterungen werden frühzeitig erkannt.  

Ein Beispiel: Rauchen, die Ernährung, der Konsum von Alkohol. All diese tagtäglichen Konsumentscheidungen können beeinflussen, ob es bei einem Patient:in zu einem Schlaganfall kommt. Höre ich mit dem Rauchen auf, ernähre mich gesund und verzichte auf Alkohol, verringe ich mein Risiko für einen Schlaganfall und erspare mir so eventuell eine solche Erkrankung und die damit einhergehenden Kosten.  

Prävention kann hier ansetzen, um Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen, das Verhalten von Patient:innen frühzeitig zu beeinflussen, Veränderungen langfristig zu beobachten und Verschlechterungen auch frühzeitig zu erkennen, um eine schwerwiegende und invasive Behandlung im besten Falle überflüssig zu machen.  

Ein Denkanstoß: Die Grenzen von Prävention 

Doch auch, wenn Prävention für den Patienten immer sinnvoller und schonender ist als Behandlung, ist nicht jede vermiedene Erkrankung direkt eine Kosteneinsparung für das Gesundheitswesen. Angesetzt ans Beispiel mit den Schlaganfall-Patient:innen: Nicht jeder Raucher erleidet zwangsläufig einen Schlaganfall. Dennoch lässt sich pauschal sagen, je früher Risiken im Lebensstil und Gesundheitszustand erkannt werden, desto größer kann das Potential sein, aufwendigere Versorgung zu vermeiden.  

Wo digitale Versorgung Prävention und Früherkennung unterstützen kann 

Digitale Versorgung, in Form von Patientencoachings, bietet in erster Linie einen niederschwelligen Zugang zu medizinischer Beratung. Patienten erhalten die Möglichkeit, in Form von Telefonaten oder Video-Calls mit Coaches oder medizinischem Fachpersonal ihre aktuellen Symptome zu besprechen und Motivation zur Verhaltensänderung zu erhalten.  

Außerdem kann ein kontinuierliches Monitoring von Vitalparametern Veränderungen frühzeitig sichtbar machen und eine schnellere Reaktion bei Auffälligkeiten ermöglichen.  

Auch die WHO sieht Telemedizin als eine Möglichkeit, den Zugang zur Versorgung zu verbessern und Therapieerfolge positiv zu beeinflussen.

Vom einmaligen Arztbesuch zur kontinuierlichen Gesundheitsbegleitung 

Eine klassische Versorgung ist häufig sehr punktuell. Patient:innen erscheinen in der Arztpraxis, wenn sich ihr Zustand merklich verschlechtert hat und suchen Abhilfe. Dann erfolgt die weitere Behandlung. Davor oder dazwischen gibt es keine bis wenige Kontakte mit Patient:innen, wobei hier ja genau die Veränderungen im Gesundheitszustand passieren.

Mit einer digitalen Versorgung in Form von Coachings und Wearables entsteht eine regelmäßige und kontinuierliche Versorgung statt nur einer punktuellen. Versorger können Verläufe, Trends und Auffälligkeiten viel früher sehen und bewerten und frühzeitig bei Verschlechterungen intervenieren. Anstatt nur reaktionär zu agieren, wird betrachtet, wie sich ein Gesundheitszustand über längere Zeit entwickelt.

Wie digitale Versorgung konkret Kosten vermeiden kann 

1. Frühere Intervention 

Wenn ich Risikofaktoren kenne und entsprechend handle, kann ich im besten Fall Krankheitsverläufe positiv beeinflussen und rapide Verschlechterungen durch kontinuierliche Überwachung verhindern oder abschwächen. 

2. Vermeidung unnötiger Versorgungskontakte 

Nicht jede Rückfrage von Patient:innen bedarf eines Besuches bei der behandelnden Praxis. Viele Fragen können auch MFAs oder Coaches einfach und schnell beantworten und so abfangen. Für ein leereres Wartezimmer. 

3. Vermeidung von Komplikationen 

Begleite ich eine Therapie langfristig und werte beispielsweise Daten eines Wearables fortlaufend aus, kann ich Warnsignale schon vor dem Ernstfall erkennen und kurzfristig handeln. Bei vielen Erkrankungen zählt eine schnelle Reaktion und diese kann durch digitale Behandlung gegeben sein.  

4. Bessere Nutzung vorhandener Ressourcen 

In Zeiten von Fachkräftemangel ist es wichtig, medizinisches Personal so gezielt wie möglich einzusetzen. Mit Telemedizin wird dies möglich, da Patient:innen genau dann in die Praxis bestellt werden, wenn es wirklich nötig ist. Auch Routinekontakte können teilweise digital erfolgen und verringern so den Andrang auf die Praxen. 

Ein Beispiel aus der Praxis: Digitale Begleitung bei chronischen Erkrankungen 

In unserem eigenen Alltag erleben wir oft, was für eine große Unterstützung Telemedizin in der Versorgung sein kann. Ein weiteres praxisnahes Beispiel kann hier aus der Behandlung von Bluthochdruck genommen werden. Hier messen Patienten regelmäßig den Blutdruck zu Hause und die Werte werden direkt digital dokumentiert. Auffällige Werte und Entwicklungen können dann direkt erkannt werden. Ein begleitendes Coaching unterstützt dann bei einer möglichen Ernährungsumstellung, der Bewegung und der Medikamenteneinnahme und dem allgemeinen Umgang mit der jeweiligen Erkrankung über die Gebrauchsanweisung hinaus. Treten Veränderungen auf, kann direkt medizinisch reagiert werden.  

Hier entsteht großes Potenzial, da durch Prävention, Monitoring und Coaching eine kontinuierliche Begleitung entsteht, die im Ernstfall frühzeitige Intervention möglich macht. Dadurch können Komplikationen, Verschlechterungen im Krankheitsverlauf und große Behandlungskosten abgemindert werden können.  

Prävention allein reicht nicht – entscheidend ist die Gestaltung & Nutzung 

Das Angebot von präventiven Maßnahmen allein reicht in der Regel nicht. Wichtig ist besonders bei Coaching-Angeboten und weiteren Digital-Health-Maßnahmen, dass Patient:innen aktiv in den Prozess zu einem gesünderen Lebensstil eingebunden werden. Die Angebote, wie beispielsweise DiGAs, müssen hierzu niederschwellig und ansprechend gestaltet sein, damit sie tatsächlichen Mehrwert bieten.

Wichtig sind also eine einfache Anwendung, verständliche Kommunikation und sinnvolle Kontaktaufnahme zu entsprechendem Personal, damit regelmäßige Nutzung und Motivation bei Patient:innen entstehen.

Wo die Grenzen digitaler Prävention liegen 

Doch auch bei dem großen Nutzen, den eine kontinuierliche Begleitung und präventive Maßnahmen bringen, bleibt dennoch  anzumerken, dass Telemedizin immer nur eine Ergänzung zur regulären Versorgung ist. Denn nicht jede Erkrankung lässt sich digital präventiv begleiten und es lassen sich auch nicht alle Komplikationen durch sie abfangen.  

Fazit: Von der reaktiven zur vorausschauenden Versorgung 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Telemedizin nicht nur gesundheitliche Vorteile bieten kann, sondern auch wirtschaftliche. Durch eine kontinuierliche Betreuung werden nicht nur Ressourcen in Praxen geschont, sondern sie bietet auch das Potenzial, umfassende und invasivere Behandlungen zu vermeiden. Gleichzeitig können auch Zugangshürden abgebaut und frühzeitige Interventionen erleichtert werden. Besonders bei chronischen Erkrankungen, kann das den Unterschied machen.  

Wollen Sie präventive digitale Versorgung für Ihre Patient:innen etablieren oder Ihr bestehendes Angebot weiterentwickeln? Wir unterstützen Unternehmen dabei, digitale Gesundheitsangebote mit medizinischer Expertise und persönlicher Begleitung zu verbinden. Sprechen Sie uns gerne an.